8. Rostocker Filmtage „AB`GEDREHT“

vom 4. bis 10. Oktober 2013 im Lichtspieltheater Wundervoll

In der Woche vom 4. bis 10. Oktober finden zum achten Mal die Rostocker
Filmtage „AB`GEDREHT“ im Lichtspieltheater Wundervoll statt. Der
Startschuss für die Filmwoche wird am 4. Oktober mit dem Film „Oh Boy“
gegeben. Bis zum 9. Oktober laufen verschiedene Filmveranstaltungen.
Einige Veranstaltungen richten sich speziell an Schüler, Eltern oder
Lehrer.

Höhepunkt ist der 10. Oktober – der Welttag der seelischen Gesundheit.
Am Vormittag lädt der AWO-Sozialdienst Rostock zu einem Tag der offenen
Tür ein. Von 10 bis 17 Uhr können die Räumlichkeiten des Bereiches
Sozialpsychiatrie besichtigt und die Arbeit vor Ort kennen gelernt
werden. Der Tag klingt ab 19 Uhr in der Bühne 602 mit dem Gastspiel
„Tagebuch eines Wahnsinnigen“ des Schauspielers Christian Mock –
ein Theaterstück nach Nikolai Gogol -aus.

Die Filmwoche mit ihren thematisch unterschiedlichen Filmen soll sowohl
zur Information und Aufklärung über verschiedene psychische Erkrankungen
als auch zur Relativierung und Sensibilisierung weitverbreiteter
Vorurteile gegenüber psychisch erkrankten Menschen beitragen. Wie jedes
Jahr werden im Anschluss an die gezeigten Filme Fachleute Fragen zu
unterschiedlichsten Themen beantworten.

Angst und Depressionen – weitverbreitete Krankheiten

Vor dem Hintergrund, dass psychische Leiden immer stärker Menschen und
Gesundheitssysteme belasten, gehört diese thematische Filmwoche zur
jährlichen Tradition der Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes der
Hansestadt Rostock mit der Klinik für Psychiatrie der Universität
Rostock, der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik mbH, der
AWO-Sozialarbeit gGmbH, dem Landesverband Angehöriger und Freunde
psychisch Kranker e.V., dem Rostocker Bündnis gegen Depression e.V.
sowie dem Lichtspieltheater Wundervoll. Psychische Erkrankungen, vor
allem Angsterkrankungen und Depressionen, zählen nach Angaben der
Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und
Nervenheilkunde zu den häufigsten Erkrankungen in unserer Gesellschaft.

Zweitverbreitetste Krankheit in Industrieländern

Eine Studie der WHO ermittelte, dass weltweit 12 % und in Europa sogar
20 % der Bevölkerung durch psychische Störungen belastet sind. Experten
rechnen sogar damit, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen in den
Industriestaaten die zweithäufigste Erkrankung sein werden.

Angst und Depressionen sind die am weitesten verbreiteten Störungen in
der EU. Allein an einer Angststörung leiden 14 Prozent, sieben Prozent
an ernsten Schlafstörungen, ebenso viele an Depressionen, fünf Prozent
an Demenz, psychosomatischen Krankheiten oder am ADH-Syndrom und mehr
als drei Prozent an einer Alkoholabhängigkeit. Bei Kindern und
Jugendlichen werden heute fünfmal so viele Depressionen festgestellt wie
noch vor einer Generation

Das derzeitige Lebenszeitrisiko, an einer psychischen Störung zu
erkranken, liegt allerdings mit über 50% der Bevölkerung wesentlich
höher. Die Ursachen für den rapiden Anstieg psychischer Erkrankungen
sind sehr vielfältig und werden in der Fachwelt kontrovers diskutiert:
Für die Zunahme psychischer Erkrankungen werden neben dem Wegfall bisher
funktionierender sozialer Strukturen, steigender Arbeitslosigkeit und
unsicherer Arbeitsverhältnisse insbesondere Arbeitsplatzbelastungen, wie
z.B. zeitliche und fachliche Über- und Unterforderung und fehlender
Handlungsspielraum angenommen. Immer mehr wissenschaftliche Studien
belegen, dass auch psycho-soziale Faktoren wie mangelnde Anerkennung und
Wertschätzung, soziale Konflikte mit den Kollegen und defizitäres
Führungsverhalten sowohl für die physische als auch für die
psychische Gesundheit mit ausschlaggebend sind.

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