Bekämpfung maritimer Ölverschmutzungen: Forscher der Universität Rostock in Aktion

Foto: Universität Rostock, Presse- und Kommunikationsstelle

Bis 2014 soll das Projekt erfolgreich abgeschlossen sein

[ROSTOCK NACHRICHTEN, 01.08.2011] Forscher der Profillinie „Maritime Systeme“ der Universität Rostock arbeiten an der Entwicklung einer neuen Technologie zur Bekämpfung von Ölhavarien auf dem Meer:
Das interdisziplinäre Forschungs-Verbund-Vorhaben „BioBind“ wird in den nächsten drei Jahren vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mit etwa zwei Millionen Euro gefördert. Innerhalb des Verbundvorhabens entstehen sechs Arbeitsplätze für Wissenschaftler. Ihr Ziel sei es, nach Ölhavarien im küstennahen Bereich sowie in Flachwassergebieten die Umweltverschmutzungen so schnell wie möglich, selbst bei hohem Wellengang, aus der Luft mit biologisch abbaubaren Bindern zu beseitigen, sagt Projektleiter Dr. Peter Fröhle von der „Agrar-und Umweltwissenschaftlichen Fakultät“ (AUF) der Universität Rostock. Das Vorgehen sei das Erkennen der Ölverschmutzungen, der Abwurf biologisch abbaubarer Binder, das Einsammeln und Entsorgen – was sich so einfach anhört, ist jedoch eine Herausforderung für die Forscher. Kernstück der Entwicklung sind die biologisch abbaubaren Binder. Diese sollen zudem mit Mikroorganismen besetzt werden, damit das Öl bereits vor Ort biologisch abgebaut werden kann. Eine weitere Herausforderung besteht jetzt darin, den Weg der Binder auf dem Meer nachzuvollziehen, damit sie aus dem Wasser entsorgt werden können. Um die Bergetechnik kümmert sich der „Lehrstuhl für Meerestechnik“ der „Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik“ der Universität Rostock unter Leitung von Professor Mathias Paschen. Wo beispielsweise Klappschiffe zur Ölbekämpfung durch hohe Wellen ein Problem haben, setzen die Wissenschaftler jetzt an – derzeit gebe es zur Bekämpfung von Ölhavarien auf dem Meer weltweit keine zufriedenstellenden technischen Lösungen, so Prof. Paschen. Sein Lehrstuhl befasst sich unter anderem mit Erdöl- und Erdgasgewinnung – da liege es nahe, sich auch mit neuen Technologien zur Bekämpfung von Ölhavarien auf dem Meer auseinanderzusetzen.

Foto: Universität Rostock, Presse- und Kommunikationsstelle

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Ölbekämpfungsübung „BALEX DELTA 2004“ auf der Ostsee westlich Warnemünde

Mit im Boot für eine neue Lösung zur Ölbekämpfung auf dem Meer ist auch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde mit seinem Leiter Prof. Detlef Schulz-Bull. Die Wissenschaftler bewerten unter anderem die Auswirkungen der kontaminierten Binder auf die Meeresumwelt. Die AUF erforscht wiederum das Schwimmverhalten und das Driftverhalten der Binder mit und ohne Öl.
An dem Verbundvorhaben sind insgesamt sechs Partnereinrichtungen aus Forschung und Wirtschaft beteiligt. Mit im Boot sind die TU Dresden, die die Binder entwickelt. Das sächsische Institut für angewandte Biotechnologie (SIAB) untersucht die zum Einsatz kommenden Mikroorganismen, und die Firmen FSB AIR-Service und Agro-SAT kümmern sich um die Detektion der Ölteppiche und um die Ausbringung der Binder aus der Luft. Bis zum Jahr 2014 wollen die Forscher das Projekt abgeschlossen haben und eine gute Lösung präsentieren.

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