Bürgermut und harsche Reaktionen des SED-Staats: Aktenfunde im Archiv der BStU-Außenstelle Rostock untersucht

Reaktionen im Bezirk Rostock auf den Mauerbau vom August 1961 erforscht

[ROSTOCK NACHRICHTEN, 25.07.2011] Nur in ihrer Propaganda habe die SED Zustimmung für den Bau der Berliner Mauer vor 50 Jahren geerntet – aber nicht im Alltag, so Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR Außenstelle Rostock. Um öffentlich geäußerter Kritik vorzubeugen, habe das MfS hart durchgegriffen. Schon eine schlichte Meinungsäußerung oder das Hören westlicher Nachrichtenprogramme habe zu Verhaftungen und Verurteilungen geführt – auch in den Folgejahren des Mauerbaus. Dazu habe nicht nur das MfS sein Überwachungs- und Einschüchterungssystem ausgebaut. Auch der Zentralrat der Freien Deutschen Jugend (FDJ) habe seine Bezirksverbände angewiesen, dass mit „Provokateuren“ nicht diskutiert werde. Diese würden erst „verdroschen“ und dann den „staatlichen Organen“ übergeben.
Dr. Michael Heinz (BStU, Außenstelle Rostock) und Anita Krätzner (Universität Rostock) haben das Ausmaß von Bürgermut und die harschen Reaktionen des SED-Staats anhand von Aktenfunden im Archiv der BStU-Außenstelle Rostock untersucht. Im Internet ist ihr Aufsatz, der zahlreiche Fallbeispiele enthält, veröffentlicht. Aus dem Text kann unter Quellenangabe zitiert werden.

Weitere Informationen zum Thema:

BStU
Verurteilt wegen „staatsgefährdender Hetze“ / Wie das MfS im Raum Rostock auf Kritik am Mauerbau reagierte

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