Städtebaulicher Wettbewerb für die Mittelmole ist entschieden

Der erste Preis geht an das Büro Böge Lindner K2 Architekten aus Hamburg

[ROSTOCK NACHRICHTEN, 26.05.2012] Während eines Pressetermins heute im Seglerheim auf der Warnemünder Mittelmole stellten die Vorsitzende des Preisgerichts des städtebaulichen Wettbewerbs Prof. Christiane Thalgott, Oberbürgermeister Roland Methling, Stadtplanerin Anja Epper vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft, der Geschäftsführer der WIRO Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft mbH Ralf Zimlich und der Vorsitzende des Ortsbeirates Warnemünde,Alexander Prechtel die im Ergebnis der Preisgerichtssitzung prämierten Arbeiten vor:
Der erste Preis geht an das Büro Böge Lindner K2 Architekten aus Hamburg zusammen mit dem Landschaftsplanungsbüro Dieter Schoppe und Partner aus Hamburg. Die Preisträger schlagen eine Verlagerung des Segelsportes nach Osten mit einer Umnutzung des jetzigen Fährbeckens als großzügiger Slipanlage vor. Durch die Anordnung der wasserbezogenen und lärmunempfindlichen Nutzungen an der stark lärmbelasteten Ostseite der Mittelmole am Seekanal kann der Bereich nördlich des Bahnhofes über den Parkplatz bis zum jetzigen Bereich des Landessportbundes ein qualitätvolles und von den Belastungen des Seekanals unbeeinträchtigtes Wohnquartier entstehen. Eine großzügige Freifläche am Seekanal im Bereich der Liegeplätze 1 bis 6 ergänzt die Reihung der maritimen Nutzungen und ermöglicht eine optimale Nutzung der Kaikante auch für die Kreuzfahrer. Die für den gesamten Ortsteil und die Kreuzfahrtschiffe wesentlichen öffentlichen Stellplätze werden folgerichtig im südlichen Bereich an der S-Bahn mit kurzen Wegen für den fließenden Verkehr und direkter Anbindung für die Fußgänger über die gestärkte Bahnhofsachse an Warnemünde angebunden. Die so genannte Bahnhofsachse zwischen Bahnhofsbrücke, Bahnhof und Seekanal mit den Fähranlegen wird als städtebaulich reizvolle Fußgängerachse entwickelt. Den Endpunkt bildet ein Hotel, das den Ansatz für eine mögliche Landmarke bietet. Der städtebauliche Entwurf erlaubt eine schrittweise Entwicklung dieses städtebaulichen Filetstückes.
Das Preisgericht hob hervor, dass diese besondere Qualität dieses Entwurfes in dieser überzeugenden Neuordnung der Nutzungen wie Segeln, Wohnen, Flanieren und Tourismus sowie der verkehrlichen Funktionen liegt.
Oberbürgermeister Roland Methling unterstrich: „Die Bedeutung der Mittelmole auch für die touristische Entwicklung Warnemündes kann durch die im mit dem ersten Preis geehrten Entwurf vorgeschlagene Querungsmöglichkeit des Nordendes des Alten Stroms und eine zweite Querung der Bahngleise am Südende des Stroms wesentlich gestärkt werden. Die Querung des Stroms wird selbstverständlich die bisherige Nutzung nicht einschränken. Hier ist eine geeignete Lösung zu finden.“
Den zweiten Platz errang das Büro Bastmann + Zavracky BDA Architekten GmbH aus Rostock mit der Wagner Planungsgesellschaft aus Rostock und dem Landschaftsplaner Andreas Webersinke aus Rostock. Der städtebauliche Entwurf sieht eine Verlängerung des Molenkopfes zur Landgewinnung für weiteren Wohnungsbau und die starke Positionierung der Landmarke vor. Das vorgeschlagene Wohnquartier im zentralen Bereich besticht durch eine gelungene Gestaltung. Allerdings gibt dieser Entwurf dem Segelstandort, der am jetzigen Standort verbleibt, nicht genug Raum. Ebenso ist die Bahnhofsachse städtebaulich entwickelt worden, geht aber von einer etwas verkürzten Gleislage aus, die den Bahnhof ganz freistellen würde. Dies ist auf Grund der Längen der ICE-Züge nicht möglich, wenn auch städtebaulich durchaus gewünscht.
Das Preisgericht hat in seiner Sitzung am 24. Mai einstimmig die beiden ersten Preise vergeben.
Ralf Zimlich, Geschäftsführer WIRO Wohnen in Rostock GmbH als Eigentümerin der Flächen, unterstrich: „Als größte Wohnungsgesellschaft Rostocks tragen wir eine hohe Verantwortung für unsere Hansestadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Wir kennen die städtebaulichen Bedürfnisse Rostocks, denn die WIRO ist hier tief verwurzelt. Die rege Beteiligung am Wettbewerb und die hervorragenden Entwürfe zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Deshalb freuen wir uns ganz besonders auf die nächsten Schritte.“
Die Empfehlung des Preisgerichtes lautet, den 1. Preis in die weitere Bearbeitung des städtebaulichen Entwurfes für den Bebauungsplan einzubeziehen. Bei der angestrebten zügigen Entwicklung des Bebauungsplanes kann mit Baurecht 2014 gerechnet werden. Als einer der ersten Schritte wird die Verlagerung des Landessportbundes an den Seekanal angestrebt.
Alle Wettbewerbsbeiträge der zweiten Phase werden vom 7. bis 29. Juni 2012 in der ehemaligen „Wagenhalle“ der Eisenbahn östlich des Scandlines-Hochhauses auf der Mittelmole gezeigt. Die Ausstellung ist während dieses Zeitraums montags bis freitags zwischen 15 und 19 Uhr und samstags zwischen 14 und 18 Uhr zu besichtigen. Am 18. Juni 2012 findet im Technologiepark Warnemünde das zweite Bürgerforum zum städtebaulichen Wettbewerb statt.

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